Buchstaben machen Bücher

Jan Ranft

21. Dez. 2021

Profitipps zur Buchgestaltung (Teil 2)

Am Anfang der Buchgestaltung steht die Entscheidung für eine Schrift. Die gängigen Grafikprogramme bieten hier eine riesige Auswahl.
Man unterscheidet zwischen Schriftarten mit und ohne Serifen. Serifen sind die kurzen waagerechten Abschlussstriche von Buchstaben.
Serifen bieten dem Auge eine gute Orientierung beim Verfolgen der Zeilen. Daher eignen sie sich gut für lange Texte. Serifenlose Schriften passen eher, wenn die Textabschnitte kürzer sind.
Eine Schrift muss außerdem zum Inhalt und zur Art des Textes passend ausgesucht werden. Dünne Schriften wirken leicht, fette hingegen schwer.
Interessant wird es, wenn in einem Buch unterschiedliche Schriften zum Einsatz kommen:
 der Fließtext in Serifenschrift, als Kontrast eine serifenlose Schrift für die Überschriften.

Verwendet nicht zu viele verschiedene Schriftgrößen und Schriftarten! Höchstens drei Größen und zwei Arten sind als Differenzierung völlig ausreichend.
Ein No-Go sind Texte komplett in Großbuchstaben, sogenannten Versalien. Momentan in der Werbung total en vogue, aber schlechter lesbar.
In der Werbung nutzt man die Versalschreibweise, um Aussagen wichtiger erscheinen zu lassen.
Sie wird mittlerweile so oft genutzt, dass das große ß immer notwendiger wird.
 Wie sonst soll man zum Beispiel Masse und Maße unterscheiden, wenn in Großbuchstaben beides MASSE geschrieben wird?

Lesbarkeit ist bei der Typografie das Maß aller Dinge.
Gut lesbare Bücher werden eher gekauft und lieber gelesen! Dabei sorgen Schriftgröße und Zeilenabstand für ein angenehmes Lesen. Die Schriftgröße sollte zwischen 9 und maximal 11 Punkt liegen, der Zeilenabstand bei 120 % der Schriftgröße. Der Satzspiegel sollte nicht zu breit sein, ideal sind etwa 60 Zeichen pro Zeile.

Erste Zeilen von Absätzen können etwas eingerückt werden, um neue Sinneinheiten zu bilden. Setzt euer Buch im Blocksatz mit guter Silbentrennung, damit keine zu großen Wortabstände entstehen.
Linksbündiger Flattersatz ist etwas lockerer, eignet sich jedoch weniger für komplette Bücher, da er zu unruhig wirkt.
Rechtsbündiger Flattersatz ist ungünstig, da das Auge Probleme hat, die nächste Zeile zu finden. Der Lesefluss ist gestört.
Zentrierter Satz ist für Gedichte oder zur Hervorhebung kleinerer Textpassagen geeignet. Bitte verwendet ihn nur in Ausnahmefällen.


In Teil 3 wird’s ans Eingemachte gehen: Wie gestalte ich mit Bild und Text?